Riot, Grrrl!

Mit dem Titel Revolution Girl Style Now entsteht im Kontext der „Riot Grrrl“-Bewegung zu Beginn der 1990er Jahre das Riot Grrrl Manifest – ein Aufruf, der Mädchen_ ermutigen soll, selbstbestimmt aktiv zu werden und sich gegenseitig zu unterstützen. Musik spielt dabei immer schon eine bedeutende Rolle und wird als politisches Medium und als Werkzeug benutzt, um sich zu artikulieren und kreative Möglichkeiten für alternative Repräsentationsformen und erweiterte Handlungsräume zu schaffen. Riot Grrrls erleben sich selbst nicht mehr bloß als Zuhörer_innen oder Groupies sondern bringen sich aktiv in das Rock- und Popgeschehen mit ein.

So sind in Rückbezug auf eben diesen pop-historischen Kontext der „Riot Grrrl“-Kultur die in diesem Zusammenhang verwendeten Begriffe Girl, Girl Power, Girls Rock, Mädchen_ zu verstehen. Girl Power vermag sodann als handlungsermächtigende Strategie die Gleichsetzung von Jugendkultur ist Männer_kultur zu durchbrechen und die Verbreitung stereotyper Geschlechterrollen zu unterwandern.

Die „Riot Grrrl“-Bewegung hat maßgeblichen Einfluss auf das zehn Jahre später, erstmals im August 2000 in Olympia, Washington, stattfindende ladyfest, das bald auch in Europa organisiert wird und 2004 zum ersten Mal in Wien über die Bühne geht. Die meist in basisdemokratischen Kollektiven und ehrenamtlich organisierten, mehrtätigen Festivals beinhalten Konzerte, Performances, Workshops oder Diskussionsveranstaltungen zum Thema Geschlechteridentitäten, Alternativen zum kapitalistischen und patriarchalen Gesellschaftssystem, Sexismus und Gewalt, Rassismus, Unterdrückung u. v. m. So heisst es im Vorwort des ladyfest wien 04: „Der Titel des Festivals drückt aus, worum es geht: Ladies erobert die Bühne, die Turntables, die Kamera und das Mischpult! Zeigt eure politischen, künstlerischen und organisatorischen Fähigkeiten!“

Oder, wie es eine Teilnehmerin_ im Fanzine zum Girls Rock Camp 2011 schreibt: „Music is the voice of your heart. Don’t lose it! You’ll lose yourself …”

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